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Wie Ride Engine den Markt mit Hardshell-Trapezen eroberte

 

 

Coleman Buckley, das Mastermind hinter Ride Engine

                    

Coleman Buckley hat sich etwas in den Kopf gesetzt: Er will den Kitesport komfortabler machen. Dafür hat der Stanford-Absolvent ein vollkommen neues Trapez-Design entwickelt, das Komfort durch Härte generiert.

Das Trapez ist unsere Verbindung mit dem Sportgerät. Ohne diesen Gurt würden Kitesessions nicht länger ausfallen als wenige Minuten. Das Trapez überträgt die enormen wirkenden Kräfte auf den Rumpf und ermöglicht so einen relativ geringen Kraftaufwand beim Kitesurfen. Gleichzeitig grenzt es mitunter an ein Martyrium, wenn man an Starkwindtagen nach einigen Stunden auf dem Wasser das Gefühl hat, vom eigenen Trapez erdrückt zu werden. Wie ein Marathon in viel zu kleinen Laufschuhen. Seit der Geburtsstunde des Kitesurfens wird entwickelt und modifiziert, trotzdem ist bis heute keine perfekte Lösung gefunden, die auch nach intensiven Einsätzen auf dem Wasser kleine bis große Nebenwirkungen vollkommen ausschließen kann. Mit dieser Tatsache wollte sich der aus Santa Cruz in Kalifornien stammende Coleman Buckley nicht abfinden.

Als Hobby-Tüftler beschäftigte sich der 32 Jährige schon geraume Zeit mit der Fertigung von Surfboards und hatte, durch die ihn ständig umgebenden Baustoffe wie Glasfaser und Harz plötzlich eine zündende Idee. Kurz nach Beendigung seines Biologie-Studiums an der Elite-Uni in Stanford fing er an, Trapeze diverser Hersteller auseinander zu nehmen und entwarf frustriert von den bisherigen Konstruktionsweisen schlussendlich eine vollkommen neue Art von Trapez, die stark an die Bauweise von Surf- oder Kiteboards angelehnt ist. Innerhalb kürzester Zeit sorgten die unter dem Namen Ride Engine plötzlich auftauchenden Hüftgurte für Furore, zunächst im Kreise der Profis, mittlerweile bei Kitern weltweit. Im Interview spricht der leidenschaftliche Kitesurfer über seine Idee und darüber, dass alle zuvor erhältlichen Trapeze für Kiter lediglich unspezifische Kopien von Windsurftrapezen waren.

 

Bei der Anschaffung eines neuen Kites oder Boards spielen für Kitesurfer zahlreiche Aspekte eine wichtige Rolle. Es wird eingehend verglichen und gefeilscht, bevor man eine Entscheidung trifft. Bei der Trapezwahl läuft der Entscheidungsprozess deutlich einfacher ab. Wie wichtig ist das Trapez als Teil der benötigten Ausrüstung aus deiner Sicht?

Ich halte es für sehr wichtig, denn wenn der Komfort auf dem Wasser gering ausfällt, leidet zwangsläufig auch der Spaß. Aber natürlich würde ich es nicht mit dem Kite oder Board auf eine Stufe stellen, schließlich kann man auch mit einem schlechten Trapez kiten. Aus meiner Sicht lohnt es sich auf jeden Fall, etwas mehr Geld auszugeben und beim Trapez nicht zu knauserig zu sein. Wenn der Komfort und das Tragegefühl passen, kann man seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Session lenken und muss sich nicht mit seinem Trapez herumärgern. Auf den letzten Demos habe ich von Fahrern, die meine Trapeze ausprobiert hatten, immer wieder das Feedback bekommen, dass sie eigentlich nichts gespürt haben. Auch wenn sich das im ersten Moment nach einer wenig differenzierten und auch nicht unbedingt positiven Rückmeldung anhört, ist es aus meiner Sicht das beste Feedback, was man als Trapezentwickler zu seinem Produkt bekommen kann. Genau das war ja mein Ziel, dass man eben nichts mehr vom Trapez spürt.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen selber ein Trapez zu entwickeln?

Ich bastle eigentlich immer an irgend etwas rum und anfangs wollte ich nur aus Freude an der Sache für mich ein Trapez bauen. Mit diesem Prototypen bin ich dann irgendwann Patrick Rebstock und Ian Alldrege am Strand begegnet. Die beiden waren sofort Feuer und Flamme und lagen mir so lange in den Ohren, bis ich ihnen ebenfalls eins gebaut hatte. In der Folge riefen mich plötzlich immer mehr Leute an, die ebenfalls ein solches Trapez haben wollten und nach einigen Wochen wurde mir sozusagen aus heiterem Himmel klar, dass ich mehr oder weniger unbewusst ein Geschäft ins Rollen gebracht hatte.

 

Welche Strategie hast du bei der Anfertigung verfolgt?

Im Laufe der Jahre habe ich eine Vielzahl von Trapezen diverser namhafter Hersteller ausprobiert und im Grunde mochte ich keines davon so richtig. Eines Tages holte ich mir also mal wieder ein neues Trapez, das mit der Aussage „anatomische Passform“ angepriesen wurde. Die Innenseite präsentierte sich aber auch nach intensivster Untersuchung vollkommen flach, also in keiner Weise anatomisch geformt. Das hat bei mir einen Denkprozess ausgelöst, woraufhin ich mir Gedanken darüber machte, wie ein Trapez aufgebaut sein könnte, das wirklich an die Rückenform angepasst ist. Ich nahm zunächst eins der von mir auseinandergeschnittenen Trapeze her und baute eine Blase in den Rückenteil ein, die sich mit einer Pumpe befüllen ließ. Der Tragekomfort war deutlich besser und das Trapez schmiegte sich hervorragend an meinen Rücken an.

Allerdings war es optisch eine totale Katastrophe, weil die Blase das Trapez so heftig aufblähte, dass ich aussah wie der Michelin-Mann. Im nächsten Schritt ergänzte ich auf der Außenseite also eine Schale aus Karbon, welche die undefinierte Ausbreitung der Blase verhinderte. Einige Prototypen später wurde mir klar, dass sich die Schale im Grunde noch viel besser als die Blase eignete, um den bestmöglichen Tragekomfort zu realisieren. Das war sozusagen der Knackpunkt und der Grundstein für die heutigen Ride Engine Trapeze. Alle bisherigen Kitetrapeze auf dem Markt sind eigentlich nur leicht modifizierte Windsurftrapeze und nicht dafür ausgelegt, den Zug des Kites optimal aufzufangen. Mit dieser Schale konnte ich meinem Trapez endlich die Struktur geben, die ich für eine optimale Lastenverteilung benötigte und zugleich verhindern, dass es ständig verrutscht.

 

Hat dein Biologie-Studium dabei geholfen das Ziel zu erreichen?

Eigentlich gar nicht (lacht). Die meisten Ideen für das Design kamen mir tatsächlich beim Testen. Die Konstruktion der Rückenschale ist so nur zustande gekommen, weil ich schon viele Jahre selber Boards baue, was mich in vielerlei Hinsicht inspiriert hat. Hätte ich nicht ohnehin Materialien wie Fiberglas oder Harz bei mir in der Werkstatt rumstehen gehabt, wäre die Idee mit der Rückenschale womöglich so nie entstanden. 

 

Wie bist du dann von einer reinen Custom-Produktion auf Serienproduktion übergegangen?

Die Nachfrage wurde immer größer und ich musste mir überlegen, wie man den losgetretenen Stein so richtig ins Rollen bringen konnte. Dafür ist es einfach wichtig, dass die Leute in den Shops auch was zum Ansehen und Anfassen haben, beziehungsweise das Produkt auch direkt kaufen und mitnehmen können. Hätte ich ausschließlich in Handarbeit in meiner Werkstatt weitergemacht, würden potentielle Käufer heute etwa acht bis zehn Monate auf ihr Trapez warten. 

Jeder Rücken ist etwas anders. Wie kann ein Serienprodukt so gut passen wie ein Custom-Produkt?

Das kann es nicht und wird es auch nie können. Für die Anfertigung eines Custom-Trapezes nehme ich einen absolut individuellen Abdruck vom Rücken des Kunden. Er bekommt von mir eine Kunststoffplatte, die er im Backofen erhitzt, damit einen Abdruck von seinem unteren Rücken nimmt und sie mir dann zurückgibt. Diese Form fungiert als Vorlage für die Rückenschale. Die Kunststoffplatte wird aber nicht im Trapez verbaut, weshalb ich irgendwann hunderte von Rückenabdrücken bei mir in der Garage liegen hatte. Für die Serienproduktion habe ich jeden einzelnen dieser Abdrücke nach einem vorher festgelegten Muster vermessen und die Daten in ein entsprechendes Programm eingespeist. So hatte ich die Möglichkeit, eine Form zu entwickeln, die für eine breite Masse von Menschen einen hohen Tragekomfort und den gewünschten Effekt ermöglicht. Kein Serienprodukt wird jemals so gut sitzen wie ein Custom-Produkt. Trotzdem bin ich felsenfest davon überzeugt, dass wir selbst mit den Trapezen aus der Serie jedes und ich meine wirklich jedes andere Kitetrapez auf dem Markt im direkten Vergleich in den Schatten stellen. 

 

Was macht denn die hohe Attraktivität der Ride Engine Trapeze, verglichen mit denen der Konkurrenz, aus? 

Einer der wichtigsten Punkte ist die Konstruktion mit einer steifen Schale. Sie verteilt den Zug deutlich ausgewogener über den Rücken, wodurch die bei konventionellen Trapezen meist im Bereich der Hüfte konzentriert auftretenden Kraftspitzen eliminiert werden. Durch diese hohe Effektivität bei der Lastenverteilung ergibt sich ein weiterer Vorteil, denn dadurch kann der gesamte Trapezkörper viel schmaler gehalten werden, was eine gesteigerte Bewegungsfreiheit ermöglicht. Die nach innen geneigte Kurve im Lendenwirbelbereich verhindert, dass das Trapez nach oben rutscht. Genau darauf haben wir auch ein hohes Augenmerk bei der Serienproduktion gelegt. Bei neun von zehn Leuten passt das aus dem errechneten Durchschnitt entstandene Rückenteil sehr gut. Da aber natürlich jeder Rücken etwas anders ist, wird es eine kleine Minderheit geben, bei denen die Passform nicht so optimal sitzt. Das wird besonders Kitern auffallen, die eine eher flache Wölbung im Bereich der Lendenwirbelsäule haben.

 

Sind die Trapeze auch geeignet, wenn Kiter bereits mit Rückenschmerzen kämpfen?

Für genau diese Menschen erst recht. Ich habe etliche Rückmeldungen von Kitern bekommen, die genau aus diesem Grund auf ein Sitztrapez umgestiegen sind und mit den Ride Engine Trapezen wieder ein Hüfttrapez fahren können, ohne irgendwelche Schmerzen zu haben. Der Schlüsselfaktor ist ganz klar die Rückenschale, was mittlerweile natürlich auch die Konkurrenz mitbekommen hat. Alle Versuche, unser Konzept zu kopieren, sind bisher aber kläglich gescheitert.

Für die Vermarktung der Trapeze hast du dich damals mit Slingshot zusammengeschlossen. Warum?

Ich kam irgendwann an den Punkt, wo es aus meiner Sicht einfach eine gute Entscheidung war, mit einer größeren Firma im Kitebereich zu kooperieren. Nicht zuletzt weil ich merkte, dass mein Design zunehmend von anderen Firmen kopiert wurde und ich alleine wohl nicht die Möglichkeit gehabt hätte, mit ihnen zu konkurrieren. Ride Engine musste wettbewerbsbedingt schnell wachsen und dafür brauchte ich Unterstützung bei der Distribution, beim Marketing und der Produktion. Ich war schon immer von der Marke Slingshot und ihren Produkten überzeugt, zudem fuhren einige der Slingshot-Teamrider bereits meine Trapeze. Also fragte ich Alex Fox, ob er mich mit Tony Logosz zusammenbringen könnte und von da an beschritten wir einen gemeinsamen Weg.

 

Wie hat diese Entscheidung dein Produkt und den Herstellungsprozess beeinflusst?

Ich hatte zuvor ja noch nie mit einer großen Fabrik gearbeitet. Alle Trapeze waren bis zu diesem Zusammenschluss in meiner kleinen Werkstatt im Hinterhof entstanden. Die Jungs von Slingshot verfügen in diesem Bereich über große Erfahrung und haben mir genau aufgezeigt, wie was laufen muss. Nur auf diese Weise war es damals möglich, das Serienprodukt in weniger als einem Jahr auf den Markt zu bringen, was eine sehr kurze Zeit ist.

 

Man kann sagen, dass der Stein mittlerweile ziemlich gut rollt. Was ist dein nächstes Projekt?

Still sitzen und zusehen kann ich auf jeden Fall nicht. Und als Biologe werde ich nächste Woche wohl auch sicher nicht anfangen (lacht). Ich habe bereits einige neue Ideen im Kopf, weshalb sich gerade wieder eine Menge in meiner kleinen Werkstatt abspielt. Back to the roots, sozusagen. Aber die Erfahrungen aus der Entwicklung von Ride Engine haben mich auch vorsichtiger werden lassen, weshalb ich an dieser Stelle noch keine Details ausplaudern will. Warte einfach noch ein bisschen ab, schon in Kürze wird es wieder Neuigkeiten von mir geben.

Hier Erfährst du mehr über die neusten Entwicklungen von Buckley und Ride Engine:

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